Herausforderungen beim Bergeinsatz

In vier Videoporträts berichten Freiwillige von ihren persönlichen Erfahrungen und geben wertvolle Tipps.

Wer sich freiwillig engagiert, leistet nicht nur Hilfe, sondern stellt sich auch besonderen Herausforderungen. Zwei unserer Freiwilligen erzählen offen und persönlich von ihren Erlebnissen. Ihre Geschichten geben Orientierung und helfen, sich bestmöglich auf einen Bergeinsatz vorzubereiten.

Über die Wichtigkeit von Flexibilität

Bei einem Bergeinsatz lässt sich die Arbeit oft nicht bis ins Detail planen. Viele Aufgaben hängen vom Wetter ab, und das kann sich in den Bergen schnell ändern.

Unsere Freiwillige Célia Vega erzählt, wie wichtig es ist, flexibel zu bleiben und sich immer wieder auf neue Situationen einzustellen.

Bereits am Abend hatte ich eine gute Vorstellung davon, was am nächsten Tag anstand. Die Details besprach ich jeweils beim Frühstück mit dem Bauern.

Aber es kam oft vor, dass man sich nur zwei Stunden später wieder beeilen musste, um schnell aufs Feld zum Heuen zu kommen, weil man wusste, dass es später regnen würde.

Man ist stark vom Wetter abhängig. Der Tagesablauf lässt sich kaum im Voraus planen, und man weiss nie genau, wann Feierabend ist. Aber genau das macht diese Woche aus. Loslassen, sich darauf einlassen und flexibel bleiben.

Über Dankbarkeit und Wertschätzung

Während der Heuernte im Sommer erleben Bergbauernfamilien einen sehr intensiven Alltag. Für ein Dankeschön bleibt oft kaum Zeit, die Gedanken sind bei vielen anderen Aufgaben.

Unser Freiwilliger Beat Kaufmann erzählt, dass Wertschätzung nicht nur in Worten spürbar ist. Auch kleine Gesten zeigen deutlich, dass die Hilfe geschätzt wird.

Gerade die Zeit im Sommer während des Heuens ist für Bauernfamilien sehr stressig.

Da kommt es vor, dass die Bauernfamilie gar nicht daran denken, sich zu bedanken. Sie haben in dieser Zeit wahrscheinlich einfach andere Themen im Kopf.

Eine Wertschätzung kann jedoch auch eine kleine Geste sein. Wenn es zum Beispiel ein grosses Stück Käse oder eine Wurst gibt. Das zeigt auch, dass man nicht alles falsch gemacht hat. 

Von körperlich anstrengender Arbeit

Ein Bergeinsatz bedeutet auch, körperlich richtig anzupacken. Unsere Freiwillige Célia Vega erzählt von einer Aufgabe, die sie besonders gefordert hat: das Heuen.

Obwohl sie sportlich aktiv ist, hat die Arbeit ihre Kräfte stark beansprucht. Sie sagt: «Am Abend ist die Müdigkeit deutlich spürbar, und zugleich ist es unglaublich erfüllend, etwas Konkretes geschafft und wirklich geholfen zu haben.»

Während meines Einsatzes gab es eine Arbeit, die mich besonders gefordert hat. Ich habe sie sehr gerne gemacht, obwohl sie zugleich die härteste Arbeit der ganzen Woche war: das Heuen.

Diese Art von körperlicher Anstrengung ist man im Alltag nicht gewohnt. Obwohl ich regelmässig Sport treibe, habe ich Muskeln gespürt, von deren Existenz ich bis dahin nichts wusste. Die Arbeit ist sehr körperlich. Am Abend weiss man genau, warum man müde ist und früh ins Bett geht.

Andererseits ist es unglaublich erfüllend und befriedigend, das Gefühl zu haben, etwas Konkretes geschafft, wieder eine Verbindung zur Natur hergestellt und dem Bauern wirklich geholfen zu haben.

Zudem bedeutet es, die eigene Komfortzone zu verlassen und sich in den vielfältigen Aufgaben stetig weiterzuentwickeln.

Neue Aufgaben meistern

Bei einem Bergeinsatz erlebt man oft Situationen zum ersten Mal und übernimmt Aufgaben, die neu für einen sind. Wie geht man damit um?

Der Schlüssel liegt darin, offen für Neues zu bleiben, Ruhe zu bewahren und Verantwortung zu übernehmen.

Unser Freiwilliger Beat Kaufmann zeigt, wie er Herausforderungen meistert und gibt am Ende einen Tipp, wie er sich auf den Bergeinsatz vorbereitet.

Wenn man sich überlegt, einen freiwilligen Einsatz zu machen, muss man sich bewusst sein, dass manchmal auch Situationen auf einen zukommen, in denen man etwas zum ersten Mal machen muss.

Der Bauer bekam einen Anruf und musste dringend weg. Er gab mir den Auftrag, ein Mähmesser zu schleifen. Ich hatte grossen Respekt davor, etwas falsch zu machen oder etwas zu beschädigen.

Dabei ist es wichtig, ruhig zu bleiben und nicht unüberlegt zu handeln.

Ich habe sehr gute Erfahrungen damit gemacht, bereits am Sonntagabend anzureisen. So konnte ich die Familie in Ruhe kennenlernen und den bevorstehenden Einsatz besprechen. Das verhindert, dass man sich fühlt, als würde man ins kalte Wasser geworfen werden.