Häufige Fragen von Bergbauernfamilien

Alles was Sie zum Einsatz von Freiwilligen wissen müssen

Gesuch der Bergbauernfamilien

Caritas-Bergeinsatz hilft Bergbauernfamilien in Not oder belastenden Situationen. Es werden Betriebe berücksichtigt, die ihren Haupterwerb in der Landwirtschaft erwirtschaften, deren Einkommen unter einer definierten Grenze liegt und die sich in den Bergzonen eins bis vier befinden.

Nebenerwerbsbetriebe werden ab einer SAK von 0,5 berücksichtigt. Extensiv bewirtschaftete Nebenerwerbsbetriebe, oder Nebenerwerbsbetriebe mit Bewirtschaftung von Sömmerungsflächen, die eine SAK tiefer als 0,5 aufweisen, werden von Fall zu Fall unter Berücksichtigung der Gesamtsituation beurteilt. Die Begleitung der Freiwilligen durch den Betrieb muss in jedem Fall zwingend gewährleistet werden.

  1. Füllen Sie das Gesuchsformular für Bergeinsätze vollständig aus, unterschreiben Sie es, legen Sie die geforderten Nachweisdokumente bei und senden Sie uns die Unterlagen zu (per Post oder E-Mail).
  2. Bitte beachten Sie die Richtlinien des Programms Bergeinsatz sowie den Verhaltenskodex von Caritas Schweiz.
  3. Das Gesuch wird in der Regel innerhalb von zwei Wochen von uns geprüft. Wir nehmen mit Ihnen Kontakt auf und klären allfällig Fragen. Bei Notfällen suchen wir schnellere und individuelle Lösungen.
  4. Nach Genehmigung Ihres Gesuches schalten wir ein anonymisiertes Porträt von Ihnen mit den gewünschten Einsatzwochen auf unserer Webseite auf.
  5. Ab diesem Zeitpunkt können Freiwillige Ihren Betrieb auswählen und Einsätze buchen. Buchungen erhalten Sie per E-Mail.
  6. Freiwillige erhalten nach der Buchung Ihre Kontaktangaben und sind aufgefordert Sie zu kontaktieren, um Fragen zu Anreise, Unterkunft, Erwartungen, Arbeiten etc. zu besprechen.
  7. Klären Sie beim telefonischen Erstkontakt gegenseitig die Erwartungen, siehe Checkliste für den Erstkontakt.

Alle erwähnten Dokumente finden Sie am Ende dieser Seite.

Sobald das vollständig ausgefüllte und unterschriebene Gesuch inkl. Nachweisdokumente und Fotos bei Caritas-Bergeinsatz eintrifft, bearbeiten die Projektverantwortlichen Ihre Anfrage in der Regel innerhalb von zwei Wochen. Das weitere Vorgehen und der ungefähre Zeitpunkt der Aufschaltung auf unserer Webseite wird dann telefonisch mit der Bauernfamilie besprochen.
Bei Notfällen suchen wir schnelle und individuelle Lösungen.

Als Richtgrösse werden pro Jahr Freiwillige während 14 Wochen vermittelt. Den notwendigen Bedarf klären die Projektverantwortlichen von Caritas-Bergeinsatz jedoch mit den Bauernfamilien individuell und der Notwendigkeit entsprechend ab. So sind auch weniger oder zusätzliche Wochen möglich.

Die Ausschreibung erfolgt aufgrund der jeweilig aktuellen Situation der Bauernfamilie. Diese wird jährlich neu eingeschätzt, damit Caritas-Bergeinsatz die Freiwilligen zu jenen Bauernfamilien vermitteln kann, welche Unterstützung am schnellsten und/oder notwendigsten benötigen.

Porträt des Hofes auf der Webseite von Bergeinsatz

Ihr Bergbauernhof ist nun für die Freiwilligen sicht- und buchbar. Sobald jemand eine oder mehrere Wochen bucht, wird ein automatisch generiertes Bestätigungs-E-Mail mit allen wichtigen Informationen an den/die Freiwillige/n und als Kopie an die Bauernfamilie verschickt.
Danach ist die gebuchte Woche vergeben und nicht mehr buchbar. Die Freiwilligen setzen sich nach der Buchung telefonisch mit der Familie in Verbindung, um Fragen zu Anreise, Unterkunft, Erwartungen, vorgesehene Arbeiten und evtl. zur Wochenendregelung direkt mit der Bauernfamilie zu klären.

Die auf der Webseite aufgeschalteten Beschreibungen des Bauernhofes sind anonymisiert. Ihre Personalien werden erst im Falle einer erfolgten Buchung mit der entsprechenden Freiwilligen oder dem Freiwilligen per E-Mail geteilt. Sie geben sich damit einverstanden, dass Caritas-Bergeinsatz Informationen zu Ihrer aktuellen Situation und Fotos von Ihnen zur Freiwilligensuche auf der Website veröffentlicht.

Ansprechende und aktuelle Fotos zu Ihrem Betrieb sind wichtig, damit freiwillige Helferinnen und Helfer einen Einsatz buchen und sich ein Bild von der Situation vor Ort machen können. Zu Spitzenzeiten sind über 70 Bauernhöfe auf der Webseite von Caritas-Bergeinsatz online und Interessierte treffen ihre Wahl oftmals aufgrund des Beschriebs und der Fotos des Hofes.

Nachfolgend haben wir Tipps und Kriterien für Fotos aufgelistet, die Ihnen zu mehr Buchungen verhelfen können:

  • Anzahl: mindestens fünf Fotos. Bitte möglichst alle im Querformat und guter Qualität aufnehmen.
  • Die Fotos zeigen den Hof, das Wohnhaus, die Landschaft, die Tiere, Menschen und die Arbeiten.
  • Wichtig ist auch ein Portraitfoto von Ihnen bzw. der ganzen Familie, denn die Freiwilligen wollen wissen, mit wem sie zusammenarbeiten und -leben werden.
  • Idealerweise stimmt die Saison auf den Fotos mit der Saison, in welcher der Einsatz stattfindet, überein. Bei Einsatzverlängerung können zusätzliche Fotos auch nachträglich eingereicht werden.
  • Fotos bei schönem Wetter wirken besser.
  • Aktualität: Die Fotos von Personen sollen alle zwei bis drei Jahre erneuert werden (insbesondere bei Fotos von Kindern).
  • Eine gute Qualität der Fotos mit hoher Auflösung (scharf, nicht verschwommen) ist zentral.

Freiwillige

Bergeinsätze durch Freiwillige dienen der Entlastung von Bergbauernfamilien. Helferinnen und Helfer sind keine Profis. Sie unterstützen die Familien jedoch so gut wie möglich in ihrem Arbeitsalltag. Sie haben in der Regel wenig oder keine Erfahrung in der Berglandwirtschaft und sind sich körperliches Arbeiten im steilen Gelände nur bedingt gewohnt. Sie müssen von der Bauernfamiliezwingend angeleitet werden können. Es sollen Arbeiten delegiert werden, die für Laien machbar und ungefährlich sind. Zudem sollen Sinn und Zweck der Arbeiten für die Freiwilligen nachvollziehbar sein.
Die Freiwilligen sind zwischen 18 und 70 Jahre alt und kommen aus den unterschiedlichsten Berufsbranchen mit verschiedensten Fähigkeiten.

Die Mehrheit der Freiwilligen ist in der Schweiz wohnhaft und lebt in städtischen Regionen. Immer wieder melden sich aber auch Handwerker und Handwerkerinnen oder Personen mit Bezug zur Landwirtschaft an. Ungefähr ein Drittel der Freiwilligen stammen aus den angrenzenden EU-Staaten, vornehmlich aus Deutschland. Die Freiwilligen sind zwischen 18 und 70 Jahre alt und kommen aus den unterschiedlichsten Berufsbranchen mit verschiedensten Fähigkeiten.

Die Freiwilligen schenken den Bauernfamilien ihre Zeit und Arbeitskraft. Da sie keinen Lohn erhalten, ist es wichtig, den Freiwilligen Dankbarkeit und Wertschätzung zu zeigen: Sie freuen sich über Interesse an der Person und nicht nur an der Arbeitskraft - und über ein Danke zwischendurch

Melden Sie sich frühzeitig bei Caritas-Bergeinsatz. Je länger die Einsatzbeschreibung auf unserer Webseite aufgeschaltet ist, umso grösser ist die Chance, dass Freiwillige buchen. Gute Fotos von der Familie, dem Hof, den Tieren und der Umgebung machen den Einsatzort zudem konkreter und attraktiver.

Freiwillige haben die Möglichkeit, sich für eine oder mehrere Wochen oder auch für die ganze Einsatzzeit anzumelden. Rund 80% der Freiwilligen leisten einwöchige Einsätze, da viele im Berufsleben stehen. Wie viele Freiwillige sich bei Ihnen für welchen Zeitraum anmelden werden, kann nicht vorausgesagt werden. 

Generell gilt: so viele Wochen, wie aufgeschaltet sind. Damit ein mehrwöchiger Einsatz klappt, sollte die Bauernfamilie folgendes beachten:

  • Die telefonische Erstabklärung mit der oder dem Freiwilligen ist von grosser Wichtigkeit: Klären Sie die Beweggründe, Erwartungen und Rahmenbedingungen der oder des Freiwilligen.
  • Freiwillige aus EU/ EFTA-Staaten (mit Ausnahme von Kroatien) können basierend auf das Personenfreizügigkeitsabkommen zwischen der Schweiz und der EU einen Einsatz leisten. Dieses Abkommen ermöglicht die Ausübung eines freiwilligen Engagements während höchstens drei Monaten innerhalb eines Kalenderjahres gestützt auf ein einfaches Meldeverfahren. Caritas-Bergeinsatz meldet diese Freiwilligen bei den zuständigen Behörden an.
  • Leistet eine Person mehr als 68 Einsatztage auf demselben Betrieb, muss dieser AHV-Beiträge leisten.

Abbruch von Einsätzen

Ja. Falls es Probleme während des Bergeinsatzes gibt, zögern Sie nicht, diese direkt mit den Freiwilligen anzusprechen. Treten unüberbrückbare Schwierigkeiten auf, sind sowohl Freiwillige, wie auch die Bauernfamilien berechtigt, den Einsatz frühzeitig bzw. einseitig zu beenden. In jedem Fall ist Caritas-Bergeinsatz über den Abbruch zu informieren.

Nein. Grundsätzlich gilt: Die von Ihnen im Gesuch angegebenen Wochen sind verbindlich. Dies gilt insbesondere, wenn diese bereits von Freiwilligen gebucht wurden. Die Freiwilligen und Caritas-Bergeinsatz zählen darauf, dass in den angegebenen Wochen sowohl Arbeit wie auch Platz vorhanden sind. Anders ist es bei nicht gebuchten Einsatzwochen: Nicht gebuchte Wochen können gelöscht oder zeitlich verschoben werden. Setzen Sie sich dazu mit dem Caritas-Bergeinsatz-Team in Verbindung.

Finanzielles und Versicherungen

Für die Aufschaltung auf unserer Webseite wird eine abgestufte Bearbeitungsgebühr pro Kalenderjahr in Rechnung gestellt. Diese beträgt:

  • Bei einer bis drei vermittelten Einsatzwochen CHF 150.00 (inkl. MwSt.)
  • Ab vier vermittelten Einsatzwochen CHF 250.00 (inkl. MwSt.)

Es gibt keine Garantie für eine Vermittlung eines Freiwilligeneinsatz. Findet im Verlauf des Jahres kein Einsatz statt, erfolgt keine Rechnungsstellung. Freiwillige arbeiten unentgeltlich.

Die Freiwilligen arbeiten unentgeltlich. Sie erhalten von der Bauernfamilie als Gegenleistung Verpflegung und Unterkunft. Die An- und Rückreise bezahlen die Freiwilligen selbst.

Als Bergbauernbetrieb müssen Sie sicherstellen, dass Freiwillige während den wochenweisen Einsätzen ausreichend gegen Unfälle versichert sind. Bitte beachten Sie im Gespräch mit Ihrer Versicherungsgesellschaft, dass aus juristischer Sicht Freiwillige nicht identisch mit Volontärinnen und Volontären sind. Freiwilligenarbeit ist im Unfallversicherungsgesetz (UVG) nicht explizit erwähnt.

Wir empfehlen Bergbauernbetrieben das Produkt „Globalversicherung“ in Kombination mit der „Aushilfeversicherung“ der Agrisano oder ähnliche Produkte anderer Versicherungsgesellschaften.
Caritas-Bergeinsatz haftet nicht für Kosten in Zusammenhang mit Unfällen von freiwilligen Helferinnen und Helfern. Bei Fragen beraten wir Sie gerne zu den Bürozeiten unter 041 419 23 29.

Der Betrieb muss über eine reguläre Betriebshaftpflichtversicherung verfügen. Diese deckt Schäden, die Freiwillige verursachen. Caritas Schweiz übernimmt im Haftpflichtfall in bestimmten Fällen subsidiär Haftung. 

  • Freiwilligenarbeit wird per Definition unentgeltlich geleistet. Weil kein Lohn ausbezahlt wird, müssen grundsätzlich keine Abgaben geleistet werden.
  • Leistet eine Person jedoch mehr als 68 Einsatztage auf demselben Betrieb, muss dieser AHV-Beiträge entrichten.

Wichtige Dokumente

Gesuch für Bergeinsätze

Gesuch für Bergeinsätze

Mit dem Gesuch für Bergeinsätze können sich Bergbauernfamilien für die Vermittlung von Freiwilligen anmelden.

Download (pdf, 515.07 KB)
Verhaltenskodex Caritas Schweiz

Verhaltenskodex Caritas Schweiz

Download (pdf, 3.4 MB)
Kurzversion Verhaltenskodex

Kurzversion Verhaltenskodex

Der Verhaltenskodex der Caritas Schweiz fasst zusammen, welche Verhaltensweisen für Freiwillige und Bergbauernfamilien gelten.

Download (pdf, 152.49 KB)
Richtlinien Bergbauernfamilien

Richtlinien Bergbauernfamilien

In den Richtlinien für Bergbauernfamilien werden die Rahmenbedingungen und Prozesse eines Bergeinsaztes erläutert.

Download (pdf, 232.6 KB)
Checkliste Erstkontakt

Checkliste Erstkontakt

Dieses Merkblatt dient als Leitfaden für das erste Telefongespräch zwischen Bergbauernfamilie und Freiwilligen.

Download (pdf, 225.71 KB)
Arbeitssicherheit Bergbauernfamilien

Arbeitssicherheit Bergbauernfamilien

Merkblatt über die Arbeitssicherheit während eines Einsatzes, damit Unfälle vermieden werden.

Download (pdf, 245.72 KB)

Kontakt

Caritas-Bergeinsatz

Adligenswilerstrasse 15
Postfach
CH-6002 Luzern

+41 41 419 23 29bergeinsatz@caritas.ch

Telefon Montag-Freitag 09.00-12.00 Uhr