

«Kein Tag ist wie der andere – das macht es spannend.»
Mit 60 Jahren entschloss sich Hugo Lampert, etwas Neues zu wagen: einen Freiwilligeneinsatz in den Bergen. Heute, fast zehn Jahre später, blickt er auf 30 Einsätze mit Caritas-Bergeinsatz zurück. Eine Zeit voller Abenteuer, lehrreicher Erfahrungen und unvergesslicher Erlebnisse.
Ein Leben voller Abenteuer und was es ihn gelehrt hat
Abenteuerlust und Offenheit begleiten Hugo Lampert schon sein ganzes Leben. Ob mit dem «Döschwo» nach Afghanistan oder während seiner grossen Weltreise 1978 durch Asien und Südamerika. Hugo war stets neugierig und bereit, Neues auszuprobieren.
Diese Offenheit half ihm auch bei seinen Bergeinsätzen. «Man muss die Situationen nehmen, wie sie kommen. Auf den Bauernhöfen ist kein Tag wie der andere. Genau das macht es spannend.»
Vom Physiklaboranten zum freiwilligen Helfer in den Bergen
Ursprünglich als Physiklaborant ausgebildet und später in der Technik tätig, hatte Hugo keine landwirtschaftliche Erfahrung. Ganz fremd war ihm die Welt der Bauern jedoch nicht. Seine Grosseltern führten einen Hof, und die Liebe zu den Tieren und der Natur war stets da.

«Ich wollte draussen in den Bergen sein, mit Tieren arbeiten und etwas Sinnvolles tun.»Hugo lampertFreiwilliger
Mit 64 Jahren ging er frühzeitig in Pension. Er suchte nach einer Aufgabe, die ihn forderte, ihm Freude bereitete und der Gesellschaft etwas zurückgab. «Ich wollte draussen in den Bergen sein, mit Tieren arbeiten und etwas Sinnvolles tun.»
Stallarbeit, Tiere und Fotobücher
Am liebsten arbeitet Hugo im Stall. «Da sieht man sofort das Resultat: Vorher ist es dreckig, nachher sauber. Aber man muss dranbleiben, die Tiere brauchen tägliche Pflege.» Bei seinen Einsätzen hat er viele verschiedene Stallsysteme kennengelernt. «Für mich war das sehr spannend.»
Besonders beeindruckte ihn der liebevolle Umgang mit den Tieren. «Das Tierwohl war stets das Wichtigste.» Anfangs hatte er Respekt vor den Kühen mit Hörnern. «Ich habe mir einfach abgeschaut, wie es der Bauer macht. So habe ich die Scheu verloren.»
Ein Markenzeichen von Hugo: Nach jedem Einsatz gestaltet er ein Fotobuch, das er den Bergbauernfamilien schenkt. «Die Familien freuen sich riesig. Für mich sind es ebenfalls wertvolle Erinnerungen, die ich auch gerne meinen Enkeln zeige. Die kennen inzwischen sogar die Namen verschiedener Traktoren.»
Erinnerungen, die bleiben
Hugos Einsätze sind geprägt von vielen besonderen Momenten: die Geburt von Kälbern, das Aufwachsen der Kinder der Bauernfamilien, das Erleben von Natur und Tierwelt. «Ein Kind habe ich noch im Kinderwagen spazieren gefahren. Inzwischen hatte es seine Erstkommunion. Solche Entwicklungen mitzuerleben, ist etwas ganz Besonderes.»
Natürlich gab es auch Herausforderungen. Einmal musste er Kühe kilometerweit in ein anderes Tal treiben, doch die Tiere hatten ihren eigenen Kopf und büxten immer wieder aus. Ein anderes Mal stürzte er in einen Heustock und arbeitete sich mit gestapeltem Heu wieder nach oben. «Ich blieb ruhig. Ich wusste, irgendwann komme ich da schon wieder raus», erzählt er schmunzelnd.
Dankbarkeit und Verbundenheit
Mit vielen Familien hält Hugo bis heute Kontakt. Für ihn zählt vor allem die Wertschätzung. «Ein herzliches Dankeschön am Ende der Woche reicht mir völlig. Ich spüre, dass ich eine Hilfe war.» Oft gibt es zum Abschied ein kleines Geschenk vom Hof, etwa Käse.

«Jeder Einsatz hat mich mit lieben Menschen und Tieren zusammengebracht und mir wertvolles Wissen geschenkt.»Hugo LampertFreiwilliger
Botschaft an zukünftige Freiwillige
«Man muss realistisch bleiben. Es sind keine Ferien, sondern lange Arbeitstage. Aber man bekommt unheimlich viel zurück: Dankbarkeit, schöne Momente mit Tieren und Menschen und das Bergpanorama, das man sich ehrlich verdient hat.»
Keinen einzigen seiner 30 Einsätze möchte er missen. «Jeder Einsatz hat mich mit lieben Menschen und Tieren zusammengebracht und mir wertvolles Wissen geschenkt.»










